Yasmin wird mit dem 5000 Franken dotierten Spezialpreis der Stiftung für Jugendförderung im Thurgau ausgezeichnet. An der Preisverleihung in Frauenfeld spricht sie über ihr Fernziel: die Olympischen Spiele.
Die Hürdenläuferin aus Romanshorn konnte am Samstag im Beisein von Familienmitgliedern und Prominenz aus Sport und Politik in der Aula der Kantonsschule Frauenfeld die Urkunde aus den Händen von Matthias Hotz, Präsident der Stiftung für Jugendförderung im Thurgau, entgegennehmen.
Ursprünglich hätte der Preis im Rahmen eines Leichtathletiktrainings mit Kindern an Yasmin Giger übergeben werden sollen. Obwohl die Pandemie diesem Vorhaben eine unüberwindbare Hürde vorsetzte, hat man auf die Feier nicht verzichten wollen. «Gerade in diesen schwierigen Zeiten scheint es uns umso wichtiger, dass wir junge Sporttalente unterstützen und ein Zeichen setzen», erklärte Matthias Hotz.
Dass die junge Frau die Auszeichnung verdiente, wurde spätestens klar, als Martin Leemann, Chef des kantonalen Sportamtes, eine sehr persönlich gefärbte Laudatio hielt. Giger, die beim LC Zürich trainiert, habe sich schon früh als leichtathletisches Multitalent und als ein absoluter Wettkampftyp entpuppt. Sie sei vor und nach dem Rennen die entspannteste Person überhaupt, die man sich vorstellen könne. Doch «in den 55 Sekunden zwischen Start und Ziel ist sie so fokussiert – da kennt man Yasmin auf einmal gar nicht mehr», sagte Leemann.
Berufsmatura heute, Olympia morgen
Tatsächlich handelt es sich bei Yasmin Giger um eine Sportlerin, die in den vergangenen Jahren im Nachwuchsbereich nicht nur in ihrer Paradedisziplin, in der sie 2017 den Europameistertitel in der Altersklasse U20 erlief, glänzte. Sie vermochte auch in weiteren Disziplinen – 800 Meter, 200 Meter, Staffel, Speer – auf nationaler Ebene Edelmetall zu erringen. Für Leemann stand fest: «Diese Frau gehört in ihrer Altersklasse zur absoluten Weltspitze.»
Giger selbst gab sich völlig entspannt und sympathisch. Über ihre nächsten Ziele erklärte sie: «Ich nehme einen Schritt nach dem anderen.» Beruflich sei sie gerade an der Berufsmatura. «Und sportlich möchte ich mich irgendwann für die Olympischen Spiele qualifizieren und im nächsten Jahr an den U23-Europameisterschaften teilnehmen.»
Stiftung für Jugendförderung im Thurgau
Die «Stiftung für Jugendförderung im Thurgau» wurde im Jahr 2000 von Emil Halter, Frauenfeld, anlässlich seines 75. Geburtstages gegründet. Die Stiftung bezweckt die Unterstützung hervorragender Leistungen und einzigartiger Projekte von jungen Menschen im Kanton Thurgau, insbesondere in den Bereichen Sport, Bildung und Kunst. Die Stiftung unterstützt Projekte, die eine gewisse Nachhaltigkeit versprechen, die von kantonaler Bedeutung sind und bei denen auch die Freiwilligenarbeit von Gewicht ist. (art.)
Quelle-Artikel: Thurgauer Tagblatt, 22.11.2020, 17.05 Uhr / Foto: Ruedi Stettler